Goethe | Wie’s in meinem Herzen reißt!

Faust. Eine Tragödie


Szenen und Monologe aus Goethes Faust
Rezitator Bernd P. R. Winter spricht Faust
Schauspieler Thomas Hof spricht Mephisto


Faust und Mephisto gehören untrennbar zusammen. Rezitator Bernd P. R. Winter und Schauspieler Thomas Hof sprechen in einer Rollenlesung Szenen und Monologe aus Goethes Faust I. 

Die vielschichtige Handlung von „Faust I“, weist zwei Schwerpunkte auf:

Der Gelehrte Faust, der sich mit dem Teufel verbündet, und die Tragödie Gretchens, seiner Geliebten. Im Mittelpunkt der vorgetragenen Szenen und Monologe soll hier die „Gelehrtentragödie“ stehen, nicht die „Gretchentragödie“.

Die Haupthandlung beginnt nicht mit den Schlüsselfiguren Faust und Mephisto, sondern 

Goethe hat seinem „Faust“ zunächst einen sehr persönlichen Einstieg gewählt.

Der „Prolog im Himmel“ ist der eigentlichen Tragödie des Faust vorangestellt. Der Prolog beginnt mit dem Gesang der Erzengel Raphael, Gabriel und Michael. 

Mephisto ist da ganz anderer Ansicht: „Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.“

An dem Elend der Menschen sei die vom Herrn verliehene Vernunft schuld.(2)

Gott dagegen hat ein positives Menschenbild. Auch wenn der Mensch manchmal auf Abwege geraten mag: Er kann immer auf seinen Weg zurückfinden. 

Der Prolog im Himmel soll zeigen, dass alles, was dort im Irdischen geschieht, schon im Himmel ein Vorspiel hat. Die Tragödie ist nicht aufzuhalten.

Dann steht in der sogenannten Gelehrtentragödie der alternde Faust im Zentrum. Als Wissenschaftler verzweifelt er an den Grenzen der menschlichen Erkenntnismöglichkeiten. Einen Selbstmordversuch bricht er erst im letzten Augenblick ab. Am Ende der Gelehrtentragödie steht Fausts Pakt mit dem Teufel in Gestalt des Mephistopheles. Als Lohn winkt Glück. Der Preis: der Verlust der eigenen Seele.(1)

Bernd P. R. Winter und Thomas Hof agieren mit ausdrucksstarken Stimmen, interpretieren das Stück durch emotionale Gestik und Mimik. Bernd P. R. Winter will den Faust leben, dessen Zorn und Lebensgier und dessen Verzagen. Und Mephistos zerstörerisches Bemühen, sein Zynismus, seine Doppelzüngigkeit, dies der Anspruch von Thomas Hof, sollen die Zuhörer fesseln.


1 telekolleg
2Andrea Komp Faust I Johann Wolfgang Goethe


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