MAX HERMANN-NEISSE – Ich träumte den Frieden

Das Leben eines verfemten DichtersIch träumte den Frieden

Lyrik, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen,Rundfunksendungen, Theateraufführungen

v.l. Bernd P.R. Winter, Valeska Weber, Bernd Hölscher

Mitwirkende
Bernd Hölscher: Schauspieler Staatstheater Kassel
Valeska Weber: Schauspielerin Kassel
Bernd P. R. Winter: Rezitator Kassel

„Am 23. Mai 1886 wurde Max Herrmann in Neiße, in Schlesien, als Sohn eines Gastwirtes geboren. Die Jahre der Kindheit und Jugend – wie auch das spätere Leben – waren überschattet durch den Umstand, dass Herrmann-Neiße kleinwüchsig war.

Für seinen 1914 erschienenen ersten größeren Gedichtband Sie und die Stadt erhielt er 1924 den Eichendorff-Preis. In den 1920er Jahren begann Herrmann-Neiße neben Gedichten verstärkt Erzählungen und andere Prosa zu schreiben. Die meisten Texte dieser Zeit sind noch stark vom Expressionismusgeprägt. Mit dem Erzählband Die Begegnung (1925) zeichnete sich eine Wende hin zur Neuen Sachlichkeitab. In dieser Zeit begann er regelmäßig in Kabaretts aufzutreten, wo er meist eigene Texte vortrug. 1927 erhielt Herrmann-Neiße den Gerhart-Hauptmann-Preis. In den späten 1920er Jahren war Herrmann-Neiße einer der bekanntesten Berliner Literaten, wozu neben seinen Texten auch die auffällige Gestalt und Erscheinung beitrugen. Zahlreiche Künstler, darunter George Grosz und Otto Dix, porträtierten ihn zu dieser Zeit. Er war kein Jude, die Nazis vertrieben ihn dennoch aus Deutschland. Die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft im März 1938 hat Max Herrmann-Neiße tief betroffen, da die Nazis sich anmaßten, ihm sein Recht auf Heimat zu nehmen“. (1)

Der Romancier und Dramatiker Lion Feuchtwanger gratuliert zu seinem 50. Geburtstag und schreibt:

„Was ihn aus der Heimat trieb, war einzig der Ekel des geistigen Menschen an der Barbarei. So kommt es, daß seine Verse die Ödnis, die Kahlheit der Fremde und Verbannung allgemein gültiger wiedergeben, als es die Worte eines politisch Interessierten vermöchten. Es ist in den anscheinend substanzlosen Versen Max Herrmanns alles erschöpfend gesagt, was über Verbannung und Fremde zu sagen ist“. 

Am 08. April 2021 gedenken wir des 80. Todestages von Max Herrmann-Neiße. „Er gehört mit seinen Gedichten, Erzählungen und Theaterstücken zur großen Zahl der 1933 verbotenen und „verbrannten“ deutschen Dichter, die für ihre konsequente Haltung den Preis des Vergessenwerdens entrichten mußte“. (1)

1 Klaus Völker: Max Hermann-Neiße, Edition Hentrich

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